Krank durch einen Ventilator?

LLoytron VentilatorenIm Sommer treffen regelmäßig zwei Meinungen zum Ventilator mehr oder wenige heftig aufeinander. Die einen empfinden ihn als Wohltat, andere befürchten, davon krank zu werden. In Europa und den USA, sind es eher harmlose Beschwerden, welche Menschen auf den Ventilator schieben. In Korea sitzt die Angst tiefer, die Koreaner fürchten sich vor dem Ventilatortod.

Todesfälle durch Ventilatoren sind ein modernes Märchen

Krank durch einen Ventilator?Europäer gehen davon aus, dass ein Ventilator höchsten bei einem technischen Defekt zu einem tödlichen Stromschlag führen kann oder wenn er einer Person aus großer Höhe auf den Kopf fällt. In Südkorea warnt sogar das Korea Consumer Protection Board (KCPB), eine staatliche Stelle für den Verbraucherschutz vor Ventilatoren. Die Behörde hält Atemstillstand durch elektrische Ventilatoren als Todesursache für möglich. Dieser würde durch Wasserverlust und daraus entstehender Überwärmung des Körpers beruhen, wenn ständig der Luftstrom eines Ventilators über einen schlafenden Menschen streicht.

Andere gehen davon aus, dass der Ventilator stellenweise ein Vakuum erzeugen kann oder selber Sauerstoff verbraucht. Manche Koreaner sind sich sicher, dass ein Ventilator einem Menschen die Luft wegsaugen kann oder das Atmen unterbleibt, weil zu viel Sauerstoff in der Luft ist. Manche berichten sogar von Erfrierungen durch einen Ventilator.

Druckunterschiede und das Absinken der Raumtemperatur sind von Wissenschaftlern widerlegt worden. Auch ist es nicht möglich, das ein Mensch wegen eines Ventilators soviel Wasser verdunstet, dass er nicht mehr schwitzen kann. Vermutlich hat ein Anstieg von Todesfällen bei großer Hitze, zu diesen Mythen geführt. Diese treten aber unabhängig von Ventilatoren durch Kreislaufschwäche auf. Die meisten Ventilatoren in Südkorea haben übrigens einen Zeitschalter, um zu verhindern, dass sie versehentlich die ganze Nacht laufen.

Wie wirkt der Luftstrom auf den Körper

Um die tatsächlichen Gefahren die von einem Ventilator ausgehen richtig einzuschätzen, muss man sich die Vorgänge vor Augen halten.

  • Der Ventilator erzeugt einen Luftstrom, also einen stetigen ununterbrochenen künstlichen Wind.
  • Trifft dieser Wind auf einen trockenen Körper, geschieht fast nichts. Die bewegte Luft kann zwar ein wenig Körperwärme abtransportieren, aber die Menge ist sehr gering.
  • Wenn ein beständiger schwacher Luftzug an einem feuchten Körper entlang streift, nimmt die trockene warme Luft Wasser in Form von Dampf auf. Das Verdunsten erzeugt messbar Kälte, da für diesen Vorgang Energie benötigt wird. Der Körper setzt dem nichts entgegen, denn er gewöhnt sich daran.
  • Ein starker oder kalter Luftstrom führt ebenfalls zur Entstehung von Verdunstungskälte. Aber der Körper verengt die Gefäße, daher können tiefere Schichten nicht auskühlen.

Wer sich mit feuchter Kleidung oder verschwitztem Körper in den direkten Luftstrom eines Ventilators begibt, kühlt an den Stellen aus, an denen die Feuchtigkeit verdunstet. Diese Kälte dringt in den Körper ein.

Mögliche Krankheiten durch den Luftzug

Klimaanlagen können durch schlechte Wartung Brutstätten für Keime werden und diese in die Raumluft schleudern. Diese Gefahr besteht bei einem Ventilator nicht. Schwere Infektionskrankheiten muss niemand befürchten. Aber:

Problem Hinweise
Unterkühlung Wenn der Körper ohnehin mit Keimen zu kämpfen hat, kann die Unterkühlung dazu führen, dass eine Krankheit ausbricht. Typisches Beispiel sind Nierenbeckenentzündungen durch feuchte Kleidung oder Luftzug in der Nierengegend.
Erkältungen Ständige Luftbewegungen im Nasen- und Rachenbereich trocknen die Schleimhäute aus. Sie sind empfänglicher für Viren. Erkältungen sind möglich.
Auskühlen Das Auskühlen der tieferen Zonen des Körpers löst häufig Muskelverspannungen aus.
Allergien Ein Ventilator der Außenluft in einen Raum lenkt, bringt Staub und Pollen hinein. Empfindliche Personen reagieren darauf.

Vor- und Nachteile eines Ventilators

  • tolle Abkühlung im Sommer
  • viele Modelle sind verstellbar und transportabel
  • es kann zu Auskühlungen kommen

Kühlung ohne Beschwerden ist möglich

Vor diesen Beschwerden können Sie sich allerdings leicht schützen. Tragen Sie leichte Kleidung, die den Luftzug vom Körper abhält. So verhindern Sie, dass Sie auskühlen. Es schadet aber nichts, wenn Sie sich kurzzeitig dem Luftstrom aussetzen, um sich etwas abzukühlen.

Tipp! Ventilatoren sind übrigens eine gute Unterstützung, um am Morgen oder am Abend kühle Luft in eine Wohnung strömen zu lassen. Ohne Bewegung der Raumluft findet nur ein geringer Austausch der Luft statt.

Gefährliche Krankheiten kann kein Ventilator auslösen, das steht fest. Wenn Sie das Gerät mit Umsicht einsetzen, sorgt es für angenehme Abkühlung und verursacht keine Beschwerden.

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