Wofür gibt es den Vorwärts- und Rückwärtslauf bei Ventilatoren?

AEG VL 5617Ventilatoren kühlen im Sommer und wärmen im Winter. Ventilatoren wärmen? Ja! Ein Ventilator im Rückwärts- oder Winterlauf leitet die warme Luft an der Decke über die Wände zurück in den Raum. So herrscht auch im Winter ein angenehmes Raumklima, was dabei auch noch den Geldbeutel schont und Heizkosten spart. Entscheidend sind hierbei aber die Deckenhöhe sowie die Drehgeschwindigkeit des Ventilators. Im Sommer leitet ein Deckenventilator den Luftstrom auf direktem Wege nach unten, sodass eine angenehme Kühle entsteht. Die Luftgeschwindigkeit ist durch den Vorwärts- oder Sommerlauf schneller und sorgt so für eine kühle Temperatur.

Die Gesetze der Physik

Wofür gibt es den Vorwärts- und Rückwärtslauf bei Ventilatoren?Warme Luft steigt nach oben. Dieses physikalische Gesetz kennt man spätestens seit der Schule. Das Phänomen lässt sich auch im Alltag beobachten. Wer in einem Altbau wohnt weiß, dass Arbeiten unter der Decke sehr schweißtreibend sein können.

Warme Luft ist leichter als kalte und steigt deshalb nach oben. Aber nicht nur im Altbau ist dies zu beobachten, auch in normalen Wohnungen oder Geschäftsräumen greift dieses physikalische Gesetz.

Heizungsluft steigt nach oben, sammelt sich ungenutzt an der Decke und treibt die kalte Luft nach unten. Die Folge: Es wird mehr geheizt als eigentlich nötig.

Ventilatoren schonen den Geldbeutel

Die Anschaffung eines Deckenventilators ist erst einmal mit Investitionen verbunden. Diese können sich jedoch auf Dauer rechnen, denn in Zeiten steigender Energiekosten ist man dankbar für jeden Cent, den man sparen kann. Mit einem Deckenventilator im Winterbetrieb, kann die Energie der Heizung effektiver genutzt werden.

Die warme Heizungsluft, die sich unter der Zimmerdecke sammelt, wird durch die Rotation des Ventilators wieder in Bewegung gesetzt, zirkuliert über die Zimmerwände nach unten, erwärmt die kühlere Luft am Boden und sorgt demnach für eine rundum warme Temperatur. Ist der Ventilator möglichst in der Mitte der Zimmerdecke angebracht, wird der Effekt am besten genutzt.

Diese Methode spart Energie und letzten Endes Geld. Die Nebenkostenabrechnung kann mit einem Deckenventilator im Rückwärtsbetrieb also zu freudestrahlenden Gesichtern führen. Zu beachten ist allerdings, dass der Ventilator im Winterbetrieb so langsam wie möglich laufen sollte. Andernfalls würde der Stromverbrauch die Energieersparnis aufheben.

Unterschiede zwischen Sommer- und Winterbetrieb

Dass Ventilatoren im Sommer für eine angenehm kühle Raumluft sorgen, weiß man spätestens nach dem Jahrhundertsommer 2003. Bei Temperaturen über 35 Grad Celsius ist man froh, unter einem Ventilator zu stehen. Aber warum kühlt ein Deckenventilator im Sommer und wärmt im Winter?

Ventilatorflügel haben eine Schrägstellung, die im Sommerbetrieb, also im Vorwärtslauf, dafür sorgt, dass die Raumluft direkt unter dem Ventilator wegströmt. Die Luft wird dadurch schneller, die Person hat ein angenehm kühles Gefühl auf der Haut, der Raum wird allgemein als kühler empfunden.

Verändert man die Laufrichtung des Ventilator-Modells, wird also der Rückwärtsgang eingelegt, wird die Raumluft angesogen und über die Zimmerwände wieder in den Luftkreislauf des Raumes gebracht. Die Folge: Die warme Raumluft von der Zimmerdecke erwärmt die kühle Luft am Boden. Es entsteht eine angenehm warme Raumtemperatur.

Tipp! Ob ein Ventilator nun vorwärts oder rückwärts läuft, hängt also von der Jahreszeit ab, in der er betrieben wird. Eine entscheidende Sache ist im Winterbetrieb allerdings zu beachten: die Raumhöhe.

Deckenventilator im Vorwärtslauf Deckenventilator im Rückwärtslauf
  • ideal für die Nutzung im Sommer zur Verteilung der kühlen Luft
  • Luft zirkuliert durch den Ventilator nach unten
  • ideal für die Nutzung im Winter zur Verteilung der Heizungswärme
  • Luft zirkuliert von unten zum Ventilator

Wann Deckenventilatoren an ihre Grenzen stoßen

Natürlich haben auch Deckenventilatoren, gerade im Winterbetrieb, ihre Grenzen. Wenn man in einem Altbau wohnt, hilft auch ein Deckenventilator nur bedingt, die Raumluft im Winter konstant warm zu halten. Der Grund ist simpel: Die Decken sind zu hoch. Um einen Deckenventilator im Winterbetrieb effektiv nutzen zu können, sollte die Zimmerdecke nicht höher als ca. 2,80 m sein. Ab dieser Höhe kann es sein, dass die angesogene Luft nicht mehr den Zimmerboden erreicht, sondern auf halber Strecke in die Zimmermitte zurückströmt.

Warum? Bei hohen Decken kann der Ventilator die warme Luft nicht genügend beschleunigen, sodass diese den Boden erreicht. Die Folge: Die warme Luft wird nicht bis zum  Boden geleitet, sondern vorher wieder vom Ventilator angesogen; es bleibt fußkalt.

Tipp! Deshalb raten die Hersteller, Deckenventilatoren bei einer Raumhöhe über 2,80 m auch im Winter im Vorwärtslauf zu betreiben. So werden die unterschiedlich temperierten Luftmassen miteinander gemischt und es entsteht, trotz Sommerbetrieb, auch im Winter ein angenehm warmes Raumklima. Aber Vorsicht: Der Ventilator sollte nicht zu schnell eingestellt werden, da sich die Luft sonst wieder abkühlt.

Vor- und Nachteile eines Ventilators mit Vorwärts- und Rückwärtslauf

  • hohe Energieersparnis
  • gute Luftzirkulation
  • im Sommer und Winter nutzbar
  • die Zimmerdecke sollte nicht höher als ca. 2,80 m sein

Eine gute Investition

Ventilatoren haben also nicht nur im Sommer, also im Vorwärtsbetrieb, ihre Vorteile. Auch im Winter kann sich ein Ventilator, vor allem ein Deckenventilator, rechnen. Folgende Punkte sollten allerdings bedacht werden, wenn man mit einem Ventilator im Winter „heizen“ möchte:

  • Zimmerdecken sollten nicht höher als ca. 2,80 m sein, um den Rückwärtsbetrieb effektiv zu nutzen.
  • Geschwindigkeit nicht zu schnell einstellen.
  • Ventilator möglichst mittig an der Zimmerdecke anbringen.

Die Anschaffung eines Ventilators bringt also Sommer wie Winter einige Vorteile mit sich. Unter Berücksichtigung der gegebenen Tipps und Hinweise, lohnt sich der Kauf, egal zu welcher Jahreszeit.

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