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Wie beeinflussen Klimageräte den Coronavirus?

VOXON VentilatorenIn den vergangenen Monaten gab es negative Schlagzeilen bezüglich Klimaanlagen. Sie stehen in Verdacht, die Verbreitung der Coronaviren zu begünstigen. Einer der präsentesten Fälle, war eine Infektionskette in einem Restaurant in China. Hier bestand der Vermutung, dass sich Menschen durch den Luftstrom der Klimaanlage mit dem Coronavirus infizierten. Das wirft die Frage auf, ob Klimaanlagen die Verbreitung des Virus begünstigen. Per se lassen sich Klimaanlagen nicht verteufeln. Fest steht, dass eine gute Raumbelüftung unter Einhaltung des Mindestabstandes das Infektionsrisiko minimiert. Die Systeme der Klimaanlagen unterscheiden sich. Teilweise filtern sie Viren heraus. Modelle, die Frischluft transportieren, ermöglichen den kontinuierlichen Austausch der Luft. Bei regelmäßiger Wartung und richtiger Einstellung helfen sie, das Risiko einer Infektion zu minimieren. Zusätzliche Ventilatoren leiten die belastete Luft schnell aus den Räumen heraus.

Verbreitet die Klimaanlage das Virus?

Wie beeinflussen Klimageräte den Coronavirus?Klimaanlagen stehen in Verdacht, die Verbreitung des Coronavirus zu unterstützen. Ursächlich war eine Infektionskette in einem fünfstöckigen Restaurant in Guangzhou, China. Beim Restaurantbesuch infizierten sich neun Personen mit dem Coronavirus, obwohl sie nicht am selben Tisch saßen und untereinander keinen Kontakt hatten. Das Restaurant besitzt keine Fenster, die Belüftung erfolgt über die Klimaanlage. Laut Forschern ging die Infektion von einer Person aus. Sie gehen davon aus, dass die Klimaanlage die Viren durch den Luftstrom verbreitet. Generell wird das Virus via Tröpfcheninfektion übertragen, seltener durch Schmierinfektionen.

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Der Bundesindustrieverband Technische Gebäudeausrüstung e. V. (BTGA) in Bonn dementiert die generelle Gefahr durch Klimaanlagen. Sie besitzen in der Regel eingebaute Filter, die verhindern, dass der Luftstrom die Tröpfchen weiterträgt. Um das Risiko einzuschränken, empfiehlt sich laut BTGA das Lüften der Räume mit hohem Außenraumanteil und reduzierten Umluftanteilen. Das Umweltbundesamt (UBA) unterscheidet zwischen verschiedenen Klimaanlagen. Eine regelmäßige Wartung sowie eine gute Belüftung der Räume senkt laut Umweltbundesamt (UBA) das Infektionsrisiko. Gleiches gilt bei der Klimaanlage im Auto. Verzichten Sie auf Umluft und setzen Sie vor allem auf die Frischluftzufuhr. Von einer regelmäßig gewarteten Klimaanlage in einem einzelnen Raum geht nahezu keine Gefahr aus.

Physiker Roland Netz von der Freien Universität Berlin benennt die relative Luftfeuchtigkeit als wichtigen Faktor, wenn es um das Risiko einer Erkrankung im Zusammenhang mit Klimaanlagen geht. Es ist wichtig, dass die relative Feuchte nicht zu gering ist. Die infektiösen Tropfen schrumpfen durch eine höhere relative Feuchte weniger schnell und sinken schneller zu Boden. Eine geringe relative Feuchte trocknet die Schleimhäute aus. Das macht sie anfällig für Viren. Eine gute Klimaanlage transportiert Frischluft und filtert die Viren heraus. Zirkuliert durch die Klimaanlage abgestandene Luft, ist das eher nachträglich.

Hilft Durchzug gegen die Verbreitung des Coronavirus?

Nach dem Lockdown öffnen in vielen Bundesländern die Gastronomien. Die Bedrohung durch das Virus bleibt. Es verbreitet sich unsichtbar durch die Luft. Das ist vor allem in geschlossenen Räumen mit vielen Personen ein Problem. Virologe Christian Drosten schätzt den Außenbereich als relativ sicher ein, sofern die Hygienemaßnahmen und der Mindestabstand eingehalten werden. Hier weht der Wind das Virus weg. Anders sieht es im Innenbereich aus.

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Tipp! Werfen wir einen Blick auf die Verbreitung des Virus. SARS-CoV-2 verbreitet sich durch die Luft. Das geschieht durch Husten, Niesen und teilweise durch das Sprechen. Die Ansteckung erfolgt durch eine Tröpfcheninfektion und über Aerosol-Partikel. Bei Letzteren handelt es sich um winzige Schwebepartikel. Nach derzeitigem Wissensstand ist das Risiko für eine Aerosol oder Tröpfcheninfektion gleich hoch. Zehn Prozent der Erkrankungen gehen laut Drosten auf eine Schmierinfektion zurück.

Drosten empfiehlt für den Durchzug-Effekt die Fenster weit zu öffnen, um den regelmäßigen Austausch der Luft zu gewährleisten. Im Innenraum sind die Abstandsregeln laut dem Virologen wichtiger als im Außenbereich. Die frische Luft hat laut Drosten einen Verdünnungseffekt. Er empfiehlt, einen Ventilator so zu platzieren, dass er die Luft nach draußen befördert. Im Innenraum entsteht ein Luftstrom, der verbrauchte Luft schnell herausleitet. Deckenventilatoren bieten ebenfalls einen förderlichen Effekt.

Der Ventilator als wichtiger Partner gegen Corona

Platzieren Sie den Ventilator richtig, leiten Sie die abgestandene Luft gezielt aus dem Raum heraus. Wichtig ist, dass niemand in Richtung Ventilator niest oder hustet. Auf diese Weise tragen Sie die Tröpfchen und Aerosole weiter. Sie erhalten Tisch-, Stand-, Säulen- oder Deckenventilatoren. Die Eigenschaften, Vor- und Nachteile entnehmen Sie der Tabelle. Ventilatoren eignen sich im Sommer, um die Hitze erträglicher zu gestalten. Sie bieten angenehme Erfrischung, senken die Raumtemperatur jedoch nicht. Ventilatoren erzeugen einen Luftstrom. Das Gerät saugt die Luft auf einer Seite an und bläst sie auf der anderen heraus. Dadurch erzielt der Ventilator eine Verwirbelung der Luft. Leiten Sie die Luft direkt nach außen, gelangt die Luft nicht erneut in den Raum. Die Viren werden nicht verwirbelt.

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Vor- und Nachteile von Ventilatoren

  • erzeugen Luftstrom
  • günstig in der Anschaffung
  • niedrige Betriebskosten
  • flexibel einsetzbar
  • verwirbeln Luft
  • senken Raumtemperatur nicht
  • laut

Tischventilator, Standventilator, Turmventilator und Deckenventilator – ein Vergleich

Tischventilator Standventilator Turmventilator Deckenventilator
  • Axialventilator, bei dem sich Laufrad und Flügeln auf einer Achse befinden
  • ein Elektromotor bewegt die Achse
  • bietet erfrischenden Luftstrom auf dem Tisch
  • System wie beim Tischventilator
  • mit Teleskopstange und Standfüßen
  • Laufräder und Flügel durch Gittergehäuse geschützt
  • Säulenventilator mit Turmaufbau
  • Luftstrom durch Lamellenkonstruktion anstelle des Laufrades
  • saugt Luft an der Hinterseite an und gibt sie über komplette Vorderseite ab
  • fester Anbau an der Decke
  • Luftstrom deckt den Raum gleichmäßig ab
  • klein
  • kompakt
  • günstig
  • begrenzte Reichweite und Leistung
  • eingeschränkte Aufstellungsmöglichkeiten
  • reicht nicht aus, um Luft des ganzen Raumes auszutauschen
  • leistungsfähiger als Tischventilator
  • deckt großen Bereich im Raum ab
  • hoher Luftdurchsatz
  • höhenverstellbar
  • flexibel aufstellbar
  • Eignet sich gut zum Luftaustausch
  • klobig
  • laut
  • Luftstrom über gesamte Ventilatorhöhe
  • Moderne Optik
  • Diskretere Aufstellung durch schmales Design
  • platzsparend
  • leiser
  • geringerer Luftdurchsatz als beim Standventilator
  • nicht höhenverstellbar
  • hoher Luftdurchsatz
  • leise
  • in Raumdesign integrierbar
  • preisintensiv
  • keine lokale Nutzung möglich
  • hoher Raum notwendig

Tipp: Standventilatoren besitzen die höchste Leistungsfähigkeit und den größten Luftdurchlass. Dadurch eignen sie sich als Mittel zum Ableiten der Luft im Innenraum nach außen. Deckenventilatoren wirken sich ebenfalls positiv auf den Luftaustausch aus.

Bildnachweise: Adobe Stock / Goffkein, Amazon / VOXON

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